Schritt für SChritt Bergauf
Die ersten Schritte sind oft noch leicht. Der Rhythmus kommt, der Atem findet seinen Takt, die Gedanken werden leiser. Beim Trailrunning geht es nicht nur darum, zu laufen. Es geht darum, Höhenmeter zu sammeln, Wege zu entdecken und die Berge Schritt für Schritt näher an sich heranzulassen.
Zell am See-Kaprun bietet dafür die passende Bühne: mit Trails zwischen See, Wald und Gipfelblick, mit sportlichen Events und mit einem Lebensgefühl, das lange nachwirkt. Wer hier läuft, spürt schnell, warum Trailrunning so begeistert. Die Natur gibt das Tempo vor, der Untergrund fordert Konzentration, und jeder Anstieg bringt ein kleines Stück Freiheit mit sich.
- Doch wie gelingt der Einstieg?
- Was hilft, wenn aus der ersten Laufrunde in den Bergen eine echte sportliche Challenge wird?
- Und worauf kommt es an, wenn du bei einem Trailrunning-Event starten möchtest?
Zwei Profi-Trailrunner geben dir ihre Tipps: für Technik, Motivation, Vorbereitung und den Moment, in dem du merkst, dass deine Füße mehr schaffen, als du gedacht hast.
Warum Trailrunning begeistert
Für Manuel und Hans-Peter Innerhofer ist Trailrunning seit vielen Jahren mehr als nur Laufen. Die beiden Salzburger Athleten haben sich bereits mit 16 Jahren entschieden, Berglauf und Trailrunning zu ihrem sportlichen Weg zu machen. Heute sind die Zwillingsbrüder im Salomon Running Team unterwegs und trainieren dort, wo Waldwege, Wurzeln, Steine und Höhenmeter den Takt vorgeben. „Beim Trailrunning folge ich nicht einfach Asphaltstraßen, sondern ich kann querfeldein über kleine Bergwege laufen und dabei die Natur in ihrer Vielseitigkeit entdecken“, erzählt Manuel. Genau diese Mischung macht den Reiz aus: Trailrunning verbindet Ausdauer mit Aufmerksamkeit, Kraft mit Körpergefühl und sportliche Herausforderung mit dem Erlebnis draußen zu sein. In Zell am See-Kaprun zeigt sich diese Verbindung besonders deutlich. Zwischen Zeller See, Schmittenhöhe und Kitzsteinhorn verändert sich die Perspektive mit jedem Abschnitt. Mal führt der Weg durch den Wald, mal öffnet sich der Blick über das Wasser, mal wartet der nächste Anstieg schon hinter der Kurve.
Der Einstieg: klein beginnen, dranbleiben
Trailrunning muss nicht mit einem steilen Berg beginnen. Gerade am Anfang ist es wichtig, ohne Druck zu starten und sich langsam an das Gelände zu gewöhnen. Manuel und Hans-Peter empfehlen, zunächst flachere Wege auszuprobieren und den eigenen Rhythmus zu finden. Ein guter Einstieg sind kurze Intervalle: fünf Minuten laufen, fünf Minuten gehen. Mit der Zeit können die Laufabschnitte länger werden, während sich Beine, Atmung und Konzentration an den Untergrund gewöhnen. So entsteht Sicherheit, ohne dass die Motivation gleich am ersten Anstieg verloren geht. Für die beiden Profis ist eines besonders wichtig: ein gutes Körpergefühl. Wer spürt, wann der Schritt sicher ist, wann der Körper müde wird und wann eine Pause sinnvoll ist, beugt Verletzungen vor und bleibt länger mit Freude dabei.
Training für mehr Höhenmeter
Wenn aus den ersten Trailruns ein regelmäßiges Training wird, verändern sich auch die Anforderungen. Neben Ausdauer zählen beim Trailrunning Kraft, Stabilität, Gleichgewicht und Koordination. Jeder Schritt auf unebenem Boden fordert den Körper anders als Laufen auf Asphalt. Manuel trainiert als Wettläufer täglich und ergänzt sein Grundlagentraining regelmäßig mit intensiveren Einheiten am Berg. Für Einsteiger ist dieser Umfang nicht das Ziel. Entscheidend ist vielmehr, die Belastung langsam zu steigern: erst längere Strecken, dann mehr Höhenmeter, später vielleicht ein konkretes Event. Auch bergab braucht Trailrunning Übung. Der Blick geht einige Meter voraus, die Schritte bleiben kurz und kontrolliert, der Körper arbeitet aufmerksam mit dem Gelände. So wird aus Unsicherheit nach und nach Vertrauen.
Die richtige Ausrüstung für den Trail
Die wichtigste Ausrüstung beim Trailrunning sind Schuhe, denen du vertraust. Sie sollen Halt geben, gut dämpfen und auch auf nassem oder rutschigem Untergrund ausreichend Grip bieten. Gerade zu Beginn lohnt es sich, verschiedene Untergründe kennenzulernen und herauszufinden, worin du dich sicher fühlst.
Mit längeren Strecken und mehr Höhenmetern wird auch das Gewicht der Schuhe wichtiger. Für Manuel und Hans-Peter bleiben Komfort und Sicherheit aber die Grundlage. Erst wenn die Technik stabiler wird, spielt Leichtigkeit eine größere Rolle.
Auch eine Laufweste kann auf längeren Touren hilfreich sein. Sie bietet Platz für Wasser, Wechselshirt, Windjacke oder einen kleinen Snack und liegt eng am Körper, ohne beim Laufen zu stören. Softflasks sind praktisch, weil sie sich beim Trinken zusammenziehen und nur dann Platz brauchen, wenn sie gefüllt sind.
Laufstöcke sehen die beiden Profis differenziert. Auf sehr steilen Anstiegen können sie unterstützen. Für Trailrunning-Anfänger können sie aber auch ablenken, weil zusätzlich zum Laufen noch die Stocktechnik dazukommt. Wer Stöcke verwendet, sollte auf die passende Länge achten: In der Ebene sollten die Arme ungefähr im rechten Winkel angewinkelt sein.
Was du mitnehmen solltest
Für kurze, einfache Runden reicht oft eine reduzierte Ausrüstung. Sobald du länger unterwegs bist oder mehr Höhenmeter planst, solltest du an Wetter, Verpflegung und Sicherheit denken.
Packliste für deinen nächsten Trailrun:
- Trailrunning-Schuhe
- Wasser
- Wechsel-Shirt
- Laufweste
- Windjacke
- evtl. Mütze und Handschuhe, je nach Wetter
- Sportgel oder kleiner Snack
- Laufstöcke, wenn du dich damit sicher fühlst
Auch beim Thema Verpflegung gilt: weniger ist oft mehr. Für Einsteiger sind Wasser, ein Müsliriegel oder eine Banane eine gute Basis. Und manchmal ist die angenehmste Lösung ganz einfach: eine Pause auf einer Alm.
Tourentipp
Wer Trailrunning in Zell am See-Kaprun ausprobieren möchte, findet mit dem Panorama Trail Long eine passende Tour für sportliche Schritte in alpiner Umgebung. Der Trail verbindet Bewegung, Ausblick und Höhenmeter zu einer Runde, bei der du den Rhythmus der Berge unmittelbar spürst. Auch mit Seilbahnen kombinierbar!
Gerade hier zeigt sich, was Trailrunning ausmacht: Du läufst nicht gegen die Landschaft, sondern mit ihr. Der Untergrund bestimmt den Schritt, die Steigung das Tempo, der Blick nach vorne den nächsten Moment.
Eventtipps für deine sportliche Challenge
Wenn du nicht nur trainieren, sondern dir ein konkretes Ziel setzen möchtest, bietet Zell am See-Kaprun auch dafür den passenden Rahmen. Trailrunning, Laufen und Hindernisse werden hier zu sportlichen Herausforderungen, die lange in Erinnerung bleiben.
Der Großglockner Ultra-Trail führt Trailrunner rund um den höchsten Berg Österreichs und verbindet lange Distanzen mit alpinem Gelände. Wer vor allem die Laufatmosphäre erleben möchte, findet beim Night Run Austria im Rahmen des IRONMAN 70.3 Zell am See-Kaprun ein besonderes Lauferlebnis in der Region. Und wenn du deine sportliche Challenge mit Hindernissen verbinden möchtest, bringt das Spartan Race zusätzliche Abwechslung auf die Strecke.
So kann Trailrunning in Zell am See-Kaprun vieles sein: der erste Lauf abseits des Asphalts, ein Trainingstag mit Höhenmetern oder der Beginn eines neuen sportlichen Ziels. Schritt für Schritt, mit ruhigem Atem und dem Blick auf den nächsten Wegabschnitt.
