Der Zeller Jedermann 06.-16. Juli 2023 | Pinzgauer Volksschauspiel in Dialektfassung

Nach 100 Jahren ist der "Jedermann" zurück in Zell am See: 1923 wurde das Stück hier letztmals gespielt. Mit Laiendarstellern wird auf der Bühne am Vorplatz des Ferry Porsche Congress Centers der Jedermann nach dem Original Souffleur-Buch von 1923 aufgeführt. Freu' dich auf die Wiederbelebung des Theaters in der Fassung von Franz Löser nach Hugo von Hofmannsthal durch den Verein für Pinzgauer Heimatpflege.

Details zu den Aufführungen

Spieltage:

  • Donnerstag, 06. Juli 2023
  • Freitag, 07. Juli 2023
  • Samstag, 08. Juli 2023
  • Sonntag, 09. Juli 2023
  • Donnerstag, 13. Juli 2023
  • Freitag, 14. Juli 2023
  • Samstag, 15. Juli 2023 (Vorstellung an diesem Termin unabhängig vom Wetter indoor im Ferry Porsche Congress Center)
  • Sonntag, 16. Juli 2023

Spielbeginn: jeweils 20:30 Uhr

Spielort: Gespielt wird am Vorplatz des Ferry Porsche Congress Center in Zell am See. Bei Schlechtwetter findet das Stück im Congress Center statt.

Karten: € 25 (Tickets sind hier erhältlich)

Veranstalter: „Verein für PINZGAUER Heimatpflege“, Obmann Lukas H. Schmiderer

Regie: Kati Hollaus-Jakober

zum Ticketshop

Vor 100 Jahren in Zell am See | © Verein für Pinzgauer Heimatpflege
Sonderausstellung im Museum Vogtturm

Den ganzen Sommer über gibt es begleitend zu den Aufführungen eine Sonderausstellung zum „Jedermann“ im Heimatmuseum Vogtturm im Stadtzentrum von Zell am See.

zu den Öffnungszeiten

Vor 100 Jahren in Zell am See | © Verein für Pinzgauer Heimatpflege

Die Geschichte:

Vor 100 Jahren in Zell am See

Zell am See bot vor 100 Jahren die erste Jedermannbühne im Pinzgau. Hinter dem malerischen Schloss Rosenberg (heutiges Rathaus Zell am See) wurde das „Sterben des reichen Mannes“ von der Zeller Bürgerschaft vorgetragen. Mit Ausnahme vom „Jedermann“, der von Friedrich Jores, einem ausgebildeten Salzburger Schauspieler verkörpert wurde, agierten ausschließlich Zeller Bürger als Laiendarsteller auf der Bühne. „Es soll kein Bauerntheater sein, sondern ein großes Volksschauspiel, an dem der ganze Ort beteiligt ist.“ Dieser Spruch galt 1923 als Motto und genau so wurde es umgesetzt.

Neben den Hauptrollen gab es jede Menge Statistenrollen die in Originaltrachten, unter anderem vom Trachtenerhaltungsverein „D’Kitzstoana“, sowie der Zeller Bürgermusik bekleidet wurden. An die 150 Beteiligte zählte man zur Vorführung. Gespielt wurde die Dialektfassung von Franz Löser, ein in Dialekt umgeschriebenes Stück nach Hugo von Hofmannsthal. Hofmannsthal war mit der heimatlichen Version offensichtlich sehr zufrieden; immerhin wurde sie von ihm persönlich abgesegnet und genehmigt.

Die volksnahe Vorführung im „natürlichen Dialekt“ sowie die herrliche Naturbühne, sorgten für ausverkaufte Ränge bei jeder Vorstellung. Wohl auch der vorherrschenden starken Inflation der 1920er Jahre geschuldet, konnte sich das Publikum mühelos in die Rollen der verschmähten, armen Frau sowie des armen Nachbarn einfühlen. Die Zeller Schauspielertruppe machte sich auch zu einem Gastspiel in die Stadt Salzburg auf den Weg, um dort zu Gunsten der Tuberkulosebekämpfung in Salzburg ihr eigens einstudiertes Stück zum Besten zu geben.

Die Handlung:

Das Sterben des reichen Mannes

Von Gott abgewannt, mit dem reinen Glauben an den Reichtum und den irdischen Besitz, lebte Jedermann scheinbar recht zufrieden. Der „Jedermann“ steht sinnbildlich für jedermann. Um die Menschheit zu mahnen und wieder zum Glauben zu besinnen, entsendet der Herrgott den Tod, um Jedermann zu sich zu holen. Er soll aufzeigen, dass selbst der reichste Mensch sich dem Tod beugen muss. Im Laufe des Schauspiels erlebt Jedermann einige Stationen, die seinen Charakter auf die Probe stellen: sei es der arme Nachbar, der ihn um eine kleine Gabe bittet oder seine eigene Mutter, die ihn anfleht christlicher zu leben. Jedermann scheitert an all diesen Prüfungen. Zu guter Letzt muss er jedoch an der Himmelspforte unter Beweis stellen, dass er des Einzugs in den Himmel würdig ist. Auf der Suche nach Belegen für gute Taten in seinem Leben, verlassen ihn nicht nur seine engsten Mitmenschen, er wird selbst vom personifizierten Reichtum, dem „Mammon“ verhöhnt. Die zwei geschwächten Schwestern: der „Glaube“ und die „Guten Werke“, verhelfen Jedermann schlussendlich, sich für den Himmel als würdig zu erweisen; zu Ungunsten des Teufels, der ihn schon im Fegefeuer erwartete.