Namasté am See

Winteryoga am Ufer des Zeller Sees

Yogatrainerin Maria Großlercher entführt Gäste im Elisabethpark in Zell am See jeden Donnerstag in die Welt der Asanas. Unter freiem Himmel, eingerahmt von See und Bergen, entspannen Yogi-Anfänger oder Profis mit purem Naturgenuss. Yoga liegt im Trend und am 1. Dezember 2016 wurde diese indische Entspannungslehre als Immaterielles Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt.


Yoga am zugefrorenen Zeller See | © Zell am See-Kaprun Tourismus / Voithofer
Yoga im Muskipavillon Zell am See-Kaprun | © Zell am See-Kaprun Tourismus
wöchenliches Winter Yoga  | © Zell am See-Kaprun Tourismus
Winteryoga für Gäste | © Zell am See-Kaprun Tourismus
Yoga am zugefrorenen Zeller See | © Zell am See-Kaprun Tourismus / Voithofer
Yoga im Muskipavillon Zell am See-Kaprun | © Zell am See-Kaprun Tourismus
wöchenliches Winter Yoga  | © Zell am See-Kaprun Tourismus
Winteryoga für Gäste | © Zell am See-Kaprun Tourismus

Ich bin kein besonders versierter Yogi, doch für Freiluft-Yoga konnte ich mich immer schon begeistern. Weitab von den miefigen vier Wänden eines engen Studios die Isomatte auszurollen und die Natur als Bühne für die Entspannungsübungen zu nutzen reizt mich, als Frischluft-Junkie, besonders. Schon im Sommer konnte ich beim SUP-Yoga am Zeller See und beim Berg-Yoga auf der Schmittenhöhe inmitten von plätschernden Wellen und blühenden Blumenwiesen beim Yoga entspannen. Das erstmals diesen Winter von Dezember bis Ostern vom Tourismusverband Zell am See für die Gäste organisierte „Yoga am See“ stand daher ganz oben auf meiner „To-Do-Liste“.


Wöchentliche Yoga-Stunde am See

Jeden Donnerstag um 13.30 Uhr bietet Yogatrainerin Maria Großlercher eine kostenlose Yogastunde unter freiem Himmel an. Treffpunkt ist der Musikpavillon im wunderschönen Elisabethpark, direkt am Ufer des Zeller Sees. Ein bunter Haufen an Yoga-Schülern hat sich bereits versammelt, als ich zur Gruppe stoße. Interessierte aller Alters- und Könnerstufen in winterlichem Sportoutfit erwidern in freudiger Erwartung Marias Yoga-Gruß „Namasté“. Maria ist nicht nur Yogatrainerin, sondern auch Physiotherapeutin und Mentaltrainerin und versichert zum Einstieg: „Hier kann jeder mitmachen - vom blutigen Anfänger, bis hin zum Profi! Yoga soll nicht überfordern. Jeder macht die Übungen nur so intensiv, wie sie sich für ihn noch gut anfühlen.“



Wir atmen in die Pobacken

Das Wetter an diesem Tag ist winterlich und dicke Schneewolken verdunkeln den Himmel über Zell am See. Darum positionieren wir die farbenfrohen Iso-Auflagen direkt auf der Bühne des Musikpavillons - gut geschützt unterm Vordach. Wir beginnen mit einfachen Atem- und Dehnungsübungen. Sitzend und weit vorneübergebeugt vernehmen wir Marias Anweisung: „Nun atmen wir alle in unsere rechte Pobacke und die Gedanken kommen zur Ruhe.“ Meine erst einmal nicht, denn fragend blicke ich die Yogatrainerin an, um mich zu vergewissern, dass ich richtig gehört habe. Lachend versichert sie: „Leite deinen Atem. Dadurch kannst du die Entspannung deiner Muskeln verstärken.“ Also schließe ich die Augen und atme konzentriert ein - und siehe da, es funktioniert! Immer geschmeidiger werden unsere anfangs noch starren Muskeln und auch die Übungen werden nach und nach anspruchsvoller. Der leichte Schneewind streicht übers mittlerweile etwas erhitzte Gesicht und die ersten Hüllen unserer warmen Vermummung fallen. Wir stehen in der Position „Herabschauender Hund“ - Beine und Arme am Boden abgestützt und das Becken zum Himmel gerichtet. Auf Marias Kommando strecken wir nun ein Bein nach oben. Schmunzelnd korrigiert der Yoga-Profi unsere Haltung und meint: „Am Zeller See gibt es keine toten Fische! Wir lassen den Fuß nicht wie einen toten Fisch baumeln, wir strecken die Zehen schön nach oben.“ Lachend folgen wir dieser Anweisung, und das Wortspiel der „toten Fische“ wird mich wohl auch in Zukunft bei dieser Übung zum Grinsen bringen.



Sonnengruß lockt die Sonne hervor

„Unsere nächste Übung, der Sonnengruß, ist ideal, um Körper, Geist und Seele zu aktivieren und neue Lebensenergie zu wecken“, erzählt Maria und beginnt, die Übungen vorzuführen. Wir steigen in diesen geschmeidigen Ablauf verschiedener Positionen ein - jeder auf seinem Könnerlevel. Und siehe da, schon nach wenigen Minuten kitzeln erste Sonnenstrahlen unsere Nasen. Der blaue Himmel kommt hervor und so beschließen wir, für die nächsten Übungen näher ans Seeufer zu rücken. Die unglaubliche Aussicht über die geschlossene Eisdecke des Sees auf die umliegenden Berge sorgt für noch intensivere Entspannung und bei einem verstohlenen Blick in die Runde sehe ich, dass jeder ein leichtes Lächeln im Gesicht trägt.

Am Ende der Stunde - wir sind alle merklich entspannter und energiegeladener - sitzen wir noch bei einer dampfenden Tasse Tee zusammen und die selbstständige Yoga-Trainerin erzählt: „Wir haben diesen Winter schon im Schneesturm, bei minus 20 Grad oder sogar direkt am zugefrorenen Zeller See unsere Stunde abgehalten. Beim Yoga nehmen wir die Elemente der Natur einfach so hin wie sie sich zeigen. Ein besonderes Erlebnis war mit Sicherheit die Yoga-Einheit am Eis - das fühlte sich wie Schweben an. Speziell unsere Gäste, die einmal Pause vom Skifahren brauchen, merken durch das Yoga, wie sich ihre beanspruchten Muskeln dehnen und lockern. Regeneriert gehen sie am nächsten Tag wieder auf die Piste. Und mit dieser einzigartigen Aussicht vom Elisabethpark auf den See nimmt einfach jeder schöne Erinnerungen aus dieser Yogastunde mit nach Hause. “