Mein Pinzga Tag auf der Schmittenhöhe

"Im Winter gibt's am Sonntag was Guates!"

Also eigentlich ist im Pinzgau ja jeder Tag ein Feiertag, wenn es um kulinarische Köstlichkeiten geht. Wirft man einen Blick auf die Speisekarten der heimischen Gastronomen, Restaurants oder Skihütten, läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Der Sonntag im Winter ist allerdings etwas Besonderes - zumindest von Dezember bis April - in diesem Zeitraum ist jeder Sonntag “Pinzga Tag” im Skigebiet Schmittenhöhe.



Pinzgauer Schmankerl wohin das Auge reicht

Klingt interessant, wer kocht sich schon zu Hause jedes Wochenende Pinzgauer Bladln, Kasnockn’ oder Kaiserschmarren? Außerdem passt die bodenständige Pinzgauer Kost perfekt zu einem ausgiebigen Skitag auf den Pisten der Schmittenhöhe. Skifahren macht hungrig und so mache ich mich auf, um die besten Pinzgauer Schmankerl in den teilnehmenden Hütten auf der Schmittenhöhe zu entdecken. Zeit für meinen persönlichen Pinzga Tag, kommt doch einfach mit!


Perfekter Schnee und Sonnenschein pur

Zwei wertvolle Zutaten, die zu einem tollen Skitag dazugehören. Im Falle meines Pinzga Tages sind Schnee und Sonne die perfekte Garnitur eines lässigen Ski-Menüs. Die Verhältnisse im Skigebiet sind sensationell und so zögere ich den ersten Einkehrschwung etwas hinaus und nehme eine Menge Pistenkilometer unter die Bretter, bevor ich mich den kulinarischen Genüssen hingebe. Standard, Trass, Sonnalm, Ketting, sind jene bekannten Pistennamen, die ich am Vormittag zu einem herrlichen Ski-Brunch-Menü kombiniere, ehe sich das erste Grummeln im Bauch bemerkbar macht. 



Ein paar Kalorien können schon mal nicht schaden

Am späten Vormittag meldet sich der Hunger und ich bekomme große Lust auf einen ersten Eindruck echter, Pinzgauer Spezialitäten. Exakt in dem Moment erscheint die erste Hütte am Horizont und biege gleich mal ein. Den kleinen Vormittags-Appetit befriedigt man sehr gut mit einer Suppe. Welche darf es sein, Kas’pressknödl, Spinatknödl, Speckknödl oder gleich eine gemischte Knödlsuppe? Die Auswahl ist groß, der kulinarische Tag aber noch lang, deshalb entscheide ich mich für eine Kas’pressknödlsuppe - just to get started. Viel los ist noch nicht am späten Vormittag und so bin ich im Handumdrehen wieder auf der Piste.


Die nächste Hungerattacke lässt nicht lange auf sich warten …

… immerhin steige ich weiterhin ordentlich aufs Gas und genieße den herrlichen Skitag in vollen Zügen. Nach ein paar sportlichen Carving-Turns fallen meine hungrigen Blicke auf die nächste Hütte, deren Pinzga Tag Spezialitäten ich mir näher ansehen werde. Wenn auf der Karte von Hirschburger, Kasnocken oder Hirschschnitzel mit Butterspätzle die Rede ist, fällt die Wahl schon mal nicht ganz so leicht. Jetzt geht’s in die Vollen und ich schlage voll zu, ein Hirschschnitzel muss her. Zum Glück treffe ich ein paar Bekannte, die mir bei einer großen Pfanne Kaiserschmarrn mit Apfelmus helfen, darauf will ich nur ungern verzichten.



Es gibt noch viel zu entdecken

Dabei wäre es so gemütlich gewesen in der Sonne, ABER der Pinzga Tag ist noch lange nicht vorbei. Mehrere sportliche Abfahrten auf der Trass und der Standard helfen jetzt auch nichts mehr, der Hunger ist gestillt. Der Durst dafür weniger, ein kühles Bier muss her. Immerhin zieht der Nachmittag herein und es wird Zeit, einmal auf den tollen Pinzga Tag anzustoßen. Ich steuere instinktiv die nächste Hütte mit einer feinen Sonnenterrasse und tollen Ausblicken an. Ein paar Plätze sind noch frei und so wird es Zeit für eine weitere, heimische Spezialität, ein original Pinzgau Bräu, das Craft Bier aus der Heimat.


Wenn der Hüttenwirt zu erzählen beginnt

Erfährt man so manches interessante Detail und lässige Story: Es war angeblich 1883, als die Kaiserin Elisabeth zu Fuß die Schmittenöhe bestieg. Damals war das noch nicht so einfach und viele hatten der Sissi das nicht zugetraut. Doch sie zog die Tour durch und stand irgendwann ganz oben, weshalb jetzt auch die Elisabethkapelle ihren Platz am Gipfel der Schmitten hat. In jener Hütte, wo ich gerade ein spritziges Pinzgau Bräu Weizen genieße, hat Sissi übrigens die Nacht verbracht, wovon der Hüttenwirt noch heute sehr begeistert ist. 

Und es gibt noch mehr: wusstet ihr, dass die Berner Würstel gar nicht aus der Stadt Bern kommen und auch sonst nichts mit der Schweiz zu tun haben? Genau, sie wurden in den 1950er Jahren in Zell am See von einem gewissen Koch, Herrn Erich Berner Senior als schnell zuzubereitende Jause für die Mitglieder der Liedertafel Zell am See erfunden. Seither finden sich die Berner Würstel auf den Speisekarten sämtlicher Skihütten - nicht nur in Zell am See und sicher nicht nur am Pinzga Tag. 



Mein Pinzga Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Mehr als ein Pinzgau Bräu trinke ich nicht, immerhin muss ich noch die Abfahrt ins Tal antreten, für die ich noch einmal standesgemäß die Trass-Abfahrt unter die Bretter nehme. Ein super Tag mit vielen sportlichen Pistenkilometern und sagenhaften kulinarischen Genüssen geht zu Ende. Ich glaube ich weiß, was ich nächsten Sonntag machen werde! 

Bis bald beim Pinzga Tag auf der Schmittenhöhe