Ein Blick hinter die Kulissen der Zeller See Schifffahrt

Spannende Stories und interessante Infos über die Arbeit von Anton Fürstauer und seinem Team.

Sind Sie auch ein Fan der Zeller See Schifffahrt? Sie kennen sicher die Flotte an Ausflugsschiffen, die während der Sommermonate stylisch, geschmeidig und anmutend ihre Runden am Zeller See drehen. So wie Sie kenne ich diese auch und bin mittlerweile auch auf dem einen oder anderen Schiff mitgefahren. Was mir jedoch, so wie den meisten von Ihnen, bisher verborgen blieb, ist ein Blick hinter die Kulissen der Zeller Seeschifffahrt. Letzten Freitag wurde mir ein besonderes Privileg zuteil und ich durfte den Betriebsleiter der Zeller Seeschifffahrt, Herrn Anton Fürstauer, im Bootshaus und der Werft besuchen.



Dort, wo die Schiffe schlafen …

… war der Treffpunkt für einen durchaus spannenden Vormittag vereinbart. Endlich durfte ich einmal das markante Bootshaus an der Seepromenade betreten und einen Blick ins Innere werfen. Herr Fürstauer oder Anton, so wie ich ihn ab jetzt nennen darf, hat mich freundlich begrüßt und mir seine aufregende Welt präsentiert. Ich bin echt interessiert, was den technischen Background und den Ablauf der Seeschifffahrt betrifft. Meine Fragen waren umfangreich und Anton hat sich Zeit genommen, mir alle zu beantworten. Sollten auch Sie sich dafür interessieren, dann lesen Sie jetzt unbedingt weiter:


Anton, danke erstmal für deine Zeit, wie lange bist du schon im Dienste der Zeller Seeschifffahrt?

Ach, irgendwie habe ich mein ganzes Leben schon mit Schiffen und Booten zu tun. Mich hat es immer in die Nähe des Wassers gezogen und der Zeller See ist der Hauptgrund, warum es mir in meiner Heimat immer gut gefallen wird. Am Zeller See bin ich seit 30 Jahren unterwegs, zuvor war ich Norwegen und ich habe am Bodensee und bei der Rheinschifffahrt gearbeitet. Seit drei Jahrzehnten lenke ich nun die Geschicke der Zeller Seeschifffahrt. Wir sind ein Team zwischen 15 und 20 Mitarbeiter und ich kenne jedes der vier Schiffe bis zur letzten Schraube und Niete. Ich habe KFZ Mechaniker gelernt und achte nun besonders darauf, beinah alle Arbeiten an den Schiffen selbst, mit meinem Team durchzuführen.


Was sind das z.B. für Arbeiten?

Wie gesagt, beinah alles, von der Instandhaltung, über Motorenservice, bis hin zu penibel geplanten Auf- und Umbauten der Schiffsdecks. Wir legen besonderen Wert auf Qualität und herausragenden Stil. Unsere Schiffe sind ja optische Leckerbissen. Die Großglockner stammt aus den 60er Jahren, die Kaiserin Elisabeth aus den 70er Jahren und unser Oldtimer, die Libelle sogar aus den 30er Jahren. Bei so vielen Jahren auf den Kielen ist immer etwas zu tun, zu reparieren und instandzusetzen. Ich bin auch privat ein großer Oldtimer-Fan und besitze mehrere Oldtimer-Motorräder. Alten Maschinen, auf der Straße oder zu Wasser widme ich besonders gerne meine Zeit. Je besser unsere Schiffe gepflegt werden, desto länger werden sie noch das Bild des Zeller Sees verschönern. Das beginnt beim Putzteam, das sehr viel Wert auf Sauberkeit legt und führt bis zu ständigen Überprüfungen unserer Kapitäne. Ein erfahrener Umgang mit Schiff und Maschine schont die Motoren und spart eine Menge Treibstoff. 



Welches ist dein Lieblingsschiff?

Das ist einerseits schwer zu beantworten, andererseits aber sonnenklar. Mein “Baby” ist die Kaiserin Elisabeth, weil ich an ihr viele tolle Adaptierungen und Umbauten vornehmen durfte und weil ich selbst mit ihr zumeist am See unterwegs bin. Um jetzt gleich deine nächste Frage zu beantworten, ich bin zwar Betriebsleiter, bin allerdings auch ganz normal im Schifffahrtsdienst tätig. Am liebsten und häufigsten fahre ich mit der K. Elisabeth, sie ist ein tolles Schiff. Ihr holländisches Design, sie erinnert zurecht an die bekannten Schiffe auf den Grachten von Amsterdam, passt sich dem See optimal an, sie wirkt beinahe wie ein Teil der Wasserlinie. Einfach wunderschön.


Was habt ihr an den Schiffen so alles selbst adaptiert?

Puh, so einiges. Bei der K. Elisabeth stammt der gesamte Aufbau des Oberdecks von uns. Das war bei der Konstruktion des Schiffes gar nicht vorgesehen und die Planung hat mich unzählige Telefonate mit den Konstrukteuren gekostet. Wir wollen ja nicht, dass die wunderschöne Elisabeth während der Fahrt kentert (Lacht). Genauso war es bei der MS Schmittenhöhe. Das Oberdeck, das aktuell eine echte Besonderheit für Sonderfahrten oder Events darstellt, war ursprünglich einfach das Dach des Schiffes. Ich habe mich darum gekümmert und in Abstimmung mit den Konstrukteuren geplant und umgesetzt. Jetzt haben wir ein Ober- und Sonnendeck, das bis zu 50 Personen fasst. Ein echter Traum für die Passagiere, wenn wir an einem lauen Sommerabend durch die Abendsonne schippern.



Was sind die größten Herausforderungen deiner/eurer Arbeit?

Das Wetter und die Menschen. Wenn es so wie diesen Sommer im Pinzgau viel Gewitterneigung gibt, stellt das hohe Ansprüche an Mensch und Maschine. Grundsätzlich kann ein Gewitter unseren Schiffen nicht viel anhaben. Unsere Kapitäne sind TOP ausgebildet und können mit schwierigen Verhältnissen umgehen. Wenn bei einem herannahenden Gewitter der Sturm aus dem Süden pfeifft, so kann es passieren, dass wir trotz moderner Technik gar nicht mehr ablegen können - zu groß ist der Druck von Wasser und Wind. In diesem Fall starten wir nicht mehr. Erwischt uns ein Gewitter mitten auf dem See während einer Rundfahrt, wird “abgewettert”. In anderen Worten, das Gewitter wird am See ausgesessen. In so einem Fall, wie heuer bei Sonnenwende, sind viel Know-How und Erfahrung erforderlich, unsere Schiffe so in den Wind zu stellen, dass es für niemanden an Bord unangenehm wird. Da braucht es mitunter viel Können und meistens muss dann jener der anwesenden Kapitäne ran, der die meiste Erfahrung mitbringt.


Hast du dir je gewünscht, etwas anderes zu machen?

Gute Frage, eigentlich nie so richtig. Natürlich hatte ich Möglichkeiten, aber ich liebe meinen Beruf. Für mich gibt es nichts schöneres, als unseren Passagieren die Schönheit unserer Region vom Zeller See aus zu zeigen. Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten und ich führe mein Team mit Herzblut und Sorgfalt. Ein funktionierendes Teamgefüge ist die beste Garantie dafür, gute Arbeit zu leisten. In all den Jahren musste ich noch nie eine Jobausschreibung verbreiten. Auf meinem Schreibtisch stapeln sich die Bewerbungen und ich stelle liebend gerne junge, engagierte Menschen bei mir im Team ein. Wer auf zufriedene und motivierte Mitarbeiter achtet, hat sehr gute Karten und kann sich sicher sein, seine Sache gut zu machen.



Was meinst du mit “Menschen” als Herausforderung?

An einem schönen, heißen Sommertag lockt der Zeller See viele Sportler, Badegäsgte und Erholungssuchende. Schwimmer, Badegäste  Miet- und Segelboote sowie auch auf Luftmatratzen, Schlauchboote und Stand-Up-Paddler und vor allem Triathleten, die bei ihrem Training ganz flach im Wasser liegen und nur schwer auszumachen sind, ist zu achten. Das bedeutet, besondere Vorsicht ist gefragt, um unsere Flotte sicher und ohne Zwischenfälle zu manövrieren, dazu ist viel Wissen und Können notwendig. Die Sicherheit aller Menschen und die Qualität unserer Beförderungsleistung steht ganz oben auf unserer Liste. Deshalb bilden wir unsere Leute auch bestmöglich aus und setzen sie regelmäßig eingehenden Überprüfungen aus. 


Da stimme ich dir zu 100% zu - ich denke, ich will jetzt auch Kapitän am Zeller See werden! Vielen Dank für das tolle Gespräch für die spannenden Einblicke in deine und eure Arbeit!

Wenn Sie das nächste Mal eines der Zeller See Ausflugsschiffe betreten, werden Sie genau wie ich jetzt die Menschen, die Arbeit, das Know-How und die viele Erfahrung mit anderen Augen sehen. Das Team von Anton Fürstauer freut sich darauf, Sie bald bei ihnen an Bord begrüßen zu dürfen!