Das Porsche Design Prinzip

Renommiertes Design aus Zell am See

Seit fast 50 Jahren ist Zell am See die Heimat des Studios F.A. Porsche: Jetzt zeigt das international renommierte Designstudio einen Querschnitt aus seinen Arbeiten in der Sonderausstellung „Das Porsche Design Prinzip“ im mittelalterlichen Vogtturm. Im Interview verrät Design Director Christian Schwamkrug, welche Lieblingsstücke in der Ausstellung warten, wie man Dachziegel, Küchengeräte oder Uhren unter einen Hut bringt und welchen Satz er mindestens schon hundert Mal gehört hat. 

Was hier alles designt wird, das überrascht sogar eingefleischte Fans von Porsche: Im Studio F.A. Porsche in Zell am See wird vom Wohnturm über Dachziegel bis hin zu Küchengeräten, von Luxusjachten und Laptops bis zu Straßenbahnen in Wien oder Bangkok (fast) alles designt – außer die schnellen Autos der gleichnamigen Marke. Das Studio wurde von Prof. Ferdinand Alexander Porsche (1935 – 2012) ins Leben gerufen: Der Enkel des Porsche-Gründers Ferdinand Porsche arbeitete selbst im Familienunternehmen, entwarf sogar das Design für den legendären 911-Porsche, bis er sich mit seinem Designstudio selbstständig machte. Seine Zelte schlug er dafür in der Berg- und Wahlheimat der Familie - in Zell am See - auf. Hier ist das Studio nun seit 1974 verwurzelt.


Die Region als Inspiration

„Für mich hat der Standort den Vorteil der absoluten Ruhe. Man ist nicht abgelenkt und wird inspiriert durch die Ruhe und Gelassenheit, die die Region ausstrahlt. Man kann sich auf seine Arbeit konzentrieren“, erzählt Christian Schwamkrug. Der Design Director des Porsche Studios ist 1987 gemeinsam mit seiner Familie nach Zell am See gezogen. „Für eine kleine Familie war die Region fantastisch“, sagt er. „Wir haben auch Büros in Shanghai oder Berlin, dem urbansten Raum, den man sich vorstellen kann. Da hat man natürlich auch inspirierende Einflüsse, vor allem kulturell. Genauso denke ich aber, dass die Ruhe und Lebensqualität, die man hier hat, einzigartig sind.“


Was macht eigentlich das Studio F.A. Porsche?

Dass im Pinzgau eines der international renommiertesten Designstudios Projekte für Kunden in der ganzen Welt entwirft, ist trotz der langen Geschichte noch immer ein kleines Geheimnis. Und so schmunzelt der Design Director bei der Frage, ob die Einheimischen denn wüssten, an was hier gearbeitet wird: „Ein ganz klares Nein! Ich stelle immer wieder fest - sogar bei der Eröffnung unserer Ausstellung im Vogtturm -, dass die Überraschung sehr groß war und keiner wusste, was wir so tun.“ 

„Das Unternehmen wird am ehesten mit Sonnenbrillen oder Schreibgeräten der Marke Porsche in Verbindung gebracht, aber der überwiegende Teil unserer Arbeit hat nichts mit der Marke zu tun. Wir bieten Designservices für externe Kunden, wir designen Jachten, haben Häuser gestaltet“, erzählt Christian Schwamkrug, der seit mehr als 35 Jahren für das Porsche Design Studio tätig ist. „Häufig haben wir auch Besucher im Haus, Fanclubs und Porsche-Enthusiasten, und es taucht immer wieder ein Satz auf: „Ich hätte nie gedacht, was ihr alles macht!“ Das habe ich mittlerweile hunderte Male gehört und ich werde es auch zukünftig hören.“


Ein Besuch lohnt sich: Die Sonderausstellung

Auch deshalb freut sich Christian Schwamkrug besonders über die Gelegenheit, in der großen Sonderausstellung „Das Porsche Design Prinzip“ die wichtigsten Eckpfeiler des Studios vorstellen zu dürfen: Noch bis zum April 2023 können Besucher im Museum Vogtturm in Zell am See auf 400 Quadratmetern einen umfassenden Einblick in das Schaffen des Designstudios gewinnen. „Die Ausstellung ist so gestaltet, dass man von der ersten Stunde chronologisch sehen kann, wie sich alles entwickelt hat“, erklärt Schwamkrug, der als Kurator mitgewirkt hat. Zu den Highlights der Ausstellung zählen unter anderem der „Chronograph“, die erste schwarze Armbanduhr der Welt aus dem Jahr 1972, das visionäre „Alternative Motorradkonzept“ (1980), das E-Piano „Alpha Grand“, das extra für Popstar Prince angefertigt wurde, aber auch jüngere Projekte des Studios. Wie viele Designs in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, kann Schwamkrug gar nicht beziffern. „Aber es ist uns gelungen, ein gutes Bild über unser Leistungsspektrum abzubilden.“



Wie man Dachziegel und Design verbindet

Wenn Christian Schwamkrug über seine Lieblingsprojekte der letzten Zeit spricht, wird schnell klar, wie komplex und unterschiedlich die Aufgaben an das Designteam sind: Seine Favoriten sind die Küchengeräte, die für Siemens designt wurden und – Dachziegel. „Viele fragen uns auch: Häuser, Dachziegel, technische Geräte, wie geht das? Aber ich glaube, das ist gar nicht so schwierig. Als Gestalter bringt man eine gewisse Grundkreativität mit, sonst wäre man kein Designer geworden. Und dann versucht man aus jeder Aufgabe, die man gestellt bekommt, das Beste zu machen.“


Den Vorteil, ein Designbüro mit an Bord zu holen, sieht Schwamkrug vor allem am Blick von außen: „Wer ständig das Gleiche macht, hat irgendwann einen eingeschränkten Blick. Wir starten unvoreingenommen, ohne Scheuklappen und überlegen, wie man etwas neu interpretieren kann. Bei den Dachziegeln ist uns das ganz gut gelungen. Das ist ja eigentlich ein unglaublich traditionelles Produkt, das aus dem ursprünglichen Material Ton hergestellt wird. Die Rahmenbedingungen sind da tatsächlich sehr eng, aber es ist uns trotzdem gelungen, eine neue Ästhetik und Funktion zu bieten“, freut sich der Designer. Knapp eineinhalb Jahre hat Schwamkrug mit seinem Team an dem Projekt gefeilt – mit großem Erfolg. Für die Dachziegel wurde das Design Studio 2020 unter anderem mit dem German Design Award ausgezeichnet.


Ehrliches Design als Leitidee

Den Ansatz, Produkte zu gestalten, die eine Relevanz erzeugen, spiegelt auch das Credo des Studios F.A. Porsche wider: „Design must be honest“, dieses Zitat von Studio-Gründer Prof. Ferdinand Alexander Porsche prägt die Arbeit auch noch knapp fünfzig Jahre nach Eröffnung. „Wir wollen Produkte gestalten, die uns möglichst lange begleiten. Aktuell leben wir in einer Zeit, in der Produktzyklen extrem verkürzt sind. Und wenn man dann etwas herstellt, das dauerhaft ist, ist das in gewisser Art auch ein Beitrag zur Nachhaltigkeit“, sagt Schwamkrug. Gleichzeitig spielt das Zitat auch auf die verwendeten Materialien an. „Wir wollen dem Kunden nichts vorgaukeln, was es letztlich nicht ist, weder bei der Qualität noch bei der Materialität. Das ist gemeint mit „Design must be honest“: Ehrlichkeit von A bis Z.


Das Porsche Design Prinzip: Die Sonderausstellung

Wer nun selbst neugierig ist, was das Designstudio aus Zell am See bereits geschaffen hat, dem empfehlen wir noch einmal die Ausstellung „Das Porsche Design Prinzip“. Sie zeigt den spannenden Werdegang und einen Einblick in die vielseitigen Arbeiten des Studios F.A. Porsche. Schauplatz der Ausstellung ist der mittelalterliche Vogtturm in Zell am See (Stadtplatz 8), sie ist noch bis April 2023 jeweils Mittwoch bis Sonntag von 14:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. An den Wochenenden von Freitag bis Sonntag lädt das Museum auch auf Anfrage am Vormittag von 10:00 bis 12:30 Uhr zur Ausstellung ein.


Das Designstück für Zuhause

Auch in der Region Zell am See-Kaprun gibt es Projekte des Studio F.A. Porsche zu entdecken: Die Gondeln der Schmittenhöhebahn wurden vom Designteam gestaltet. Außerdem hat das Studio exklusiv für Zell am See-Kaprun bereits zum zweiten Mal eine Karaffe kreiert – ein Designstück für Zuhause. Das Porsche Design Karaffen Set besteht aus einer Porsche Design Karaffe 2.0, vier Gläsern und einem Tablett und kann zum Preis von € 79 per E-Mail bestellt werden.